Gedenken gegen den Krieg
Den Zweiten Weltkrieg im Kontext der russischen Aggression gegen die Ukraine neu reflektieren
Gedenken gegen den Krieg (Память против войны / Пам’ять проти війни / Reclaiming remembrance) ist ein Bündnis zivilgesellschaftlicher Initiativen, die sich im Frühjahr 2022, unmittelbar nach Beginn der groß angelegten Invasion Russlands in der Ukraine, in Berlin zusammengeschlossen haben. Das Ziel ist es, die Erinnerungskultur zum Zweiten Weltkrieg zu überdenken und ihrer politischen Instrumentalisierung zur Rechtfertigung der aktuellen russischen Aggression entgegenzuwirken.
Seit 2022 veranstaltet das Bündnis jedes Jahr am 8. und 9. Mai eine zweitägige Veranstaltung im Treptow-Park, am sowjetischen Ehrenmal. Dort wird ein Zeltlager mit Ausstellungen, einer Bühne, interaktiven Formaten und einem Ort der persönlichen Erinnerung errichtet. Hier sprechen wir über den Zweiten Weltkrieg im Lichte der heutigen Ereignisse, über die Opfer, vergessene Geschichten und die Verantwortung Europas gegenüber der Ukraine.
Unsere Ziele
- die historische Bedeutung des 8. und 9. Mai und des Ehrenmals im Kontext des Krieges Russlands gegen die Ukraine neu zu denken
- die Besucher über die Verbrechen des sowjetischen und russischen Regimes und über die Beziehungen zwischen der Vergangenheit und dem aktuellen Krieg zu informierend
- die deutsche Gesellschaft und Regierung dazu aufzurufen, die historische Verantwortung Deutschlands nicht nur gegenüber Russland, sondern auch gegenüber der Ukraine anzuerkennen
- eine moderne, offene und humane Erinnerungskultur schaffen – ohne Propaganda, mit Respekt vor jeder menschlichen Erfahrung
Warum ist das wichtig?
80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs steht Europa erneut vor einer historischen Bewährungsprobe. Der Krieg Russlands gegen die Ukraine geht mit einer gefährlichen Manipulation der Geschichte einher: der Sieg über den Nationalsozialismus wird vom Kreml als Rechtfertigung für neue Aggressionen benutzt. Wir sind überzeugt, dass echte Erinnerung vor einer Wiederholung des Bösen schützen und nicht als Rechtfertigung für Gewalt dienen sollte.
Wie lief das ab?
8.-9. Mai 2025
📍 sowjetisches Ehrenmal in Treptow-Park
An diesen zwei Tage wurden auf dem Gelände präsentiert:
- eine Gedenkwand mit Fotos und Dokumenten aus Familienarchiven – ein Ort für persönliche Geschichten und individuelle Erinnerungen
- die Ausstellung „Vergessene Verbrechen – wie es zum aktuellen Krieg kam“, die den Verbrechen des sowjetischen und russischen Regimes gewidmet ist
- eine Fotoausstellung über zerstörte ukrainische Städte
- die interaktive Aktion „Sitz und schau” über die Mechanismen der russischen Propaganda
- das Vorlesen der Namen der auf dem Gelände begrabenen Soldat:innen der Roten Armee.
- Reden von Politiker:innen, Menschenrechtsaktivist:innen, musikalische Beiträge sowie Gedichtlesungen und Kranzniederlegungen
- Führungen durch die Gedenkstätte in verschiedenen Sprachen von Memorial Deutschland
Alle Formate finden in mehreren Sprachen statt – Deutsch, Ukrainisch, Russisch und Englisch –, um so offen und inklusiv wie möglich zu sein.